
Hier ist immer alles groß. Anders als zuhause
Dabei wächst die Kluft Deutschlands zu seinem wichtigsten Handelspartner China Tag für Tag. Die beiden Ökonomen Sander Tordoir und Bret Setser haben kurz vor Reiches Reise die Studie China Schock 2.0, die Kosten der deutschen Behäbigkeit veröffentlicht. In einer schonungslosen Analyse zeigen sie, wie Deutschland von China überrollt wird. Allein seit 2023 habe die deutsche Wirtschaft durch rückläufige Exporte drei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung verloren, vor allem im Chinageschäft. 400.000 wertvolle Industriearbeitsplätze seien seit 2021 dieser aggressiven Politik zum Opfer gefallen.
Tordoir und Setser sind alarmiert: »Obwohl China der deutschen Industrie bereits einen Großteil ihres Mittagessens weggegessen hat und sich nun auf das Dinner vorbereitet, zögert Deutschland«, schreiben sie. Und tatsächlich: Mit ausreichend Verve hat die Regierung bislang nicht die Abhängigkeiten bei Seltenen Erden reduzieren können – was, das muss man auch sagen, keine triviale Aufgabe ist. Allerdings hatte sich die Ampelregierung dies bereits 2023 in ihrer Chinastrategie vorgenommen – und diese gilt weiterhin.
